Kuddl Schnööf

Jochen Steffen
Kuddl Schnööfs ... achtersinnige Gedankens un Meinungens von die sozeale Revolutschon und annere wichtige Sachens
Mit wat vorwech von Siegfried Lenz
192 S., Klappenbroschur, 13 x 23,5 cm, 17,95 €
ISBN 978-3-86940-019-8
Originalausgabe

zeitlos, witzig, engagiert

Dieses legendäre Buch des Politikers und Kabarettisten Jochen Steffen ist saukomisches Kabarett über das kleine Menschenleben – also über uns und unsere Nachbarn. Der „rote Jochen“, damals schon radikal gegen Wachstumsideologie und Kernkraft, für den Schutz der Natur, schuf mit dem Kieler Werftarbeiter Kuddl und seiner tutigen Natalje unvergessliche Figuren in hinreißendem Missingsch.

Siegfried Lenz nannte es: „sokratische Erweckungskunst auf schleswig-holsteinisch“ und: „Teils Sokrates, teils Schwejk, teils Josef Filser, arbeitet Kuddl Schnööf eindrucksvoll mit den Mitteln der Verstellung: Hier nimmt er Politik auf fatale Weise wörtlich, dort wendet er sie in listiger, dialektischer Weise auf sein eigenes Leben an. Mit Hilfe der Sprache lässt Kuddl Schnööf die Luft aus allzu aufgepumpter Bedeutsamkeit heraus, nimmt dem Überlebensgroßen seine Distanz.“

Ein witziges Mitbringsel zu Festen und Geburtstagen, ein originelles Geschenk:
Für Norddeutsche ein einmaliges sprachliches Vergnügen; für SPD-Mitglieder geradezu ein Muss; für Ältere, die sich an diesen furiosen Politiker erinnern; für Freunde des politischen Kabaretts.
Diese Geschichten liefern über das Lesevergnügen hinaus auch heute vielerlei Anstöße, um über die Menschenferne von Politik, das Leben der „kleinen Leute“ und die Ungerechtigkeit von Gesellschaft nachzudenken.
Kuddl: „Und nu komms du!“

 

Jochen Steffen (1922 bis 1987) war von 1966 bis 1973 Vorsitzender der SPD in Schleswig-Holstein, Oppositionsführer im Landtag und kandidierte für das Amt des Ministerpräsidenten, von der „Wählerinitiative Nord“ (Siegfried Lenz, Günter Grass, Eberhard Jäckel) unterstützt. Der „rote Jochen“ verließ 1980 die Partei aus Enttäuschung über deren zu kapitalismusfreundlichen Kurs.
Als Kuddl Schnööf hielt er kabarettistische Vorträge auf Missingsch, bekam den deutschen Kleinkunstpreis 1978 und wurde mit der Figur des Adolf Tegtmeier verglichen, war jedoch entschieden politischer. Seine tiefe Humanität könnte ein Vorbild sein für die Glaubwürdigkeit heutiger Politiker.
Helmut Schmidt erzählte: „Wir sind trotz unserer erheblichen grundlegenden Meinungsverschiedenheiten Freunde geblieben. Jeden Sommer ist er mit seiner Frau an den Brahmsee gekommen und hat mich besucht. Er war ein anständiger Junge. Aber sein Marxismus war in meinen Augen dummes Zeug.“ Für ihn war halt damals alles links von ihm selbst Marxismus.

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