Adolf Hitlers Mein Kampf

Kurt Halbritter
Adolf Hitlers Mein Kampf
Gezeichnete Erinnerungen an eine Große Zeit
Mit vielen Illustrationen des Verfassers
240 S., Hardcover mit Überzug, 12,5 x 19 cm, 17,90 €
ISBN 978-3-86940-110-2

 

Miese kleine Welt

 

Das Monströse begegnet uns in diesem Buch in Gestalt des Gewöhnlichen, Alltäglichen, Normalen. Der fleißige Herr Moser, die fürsorgliche Mutter der kleinen Marion, der leutselige Pfarrer, der verantwortungsbewußte Unternehmer, der schwärmerische Teenager, Tante Alma und Onkel Franz, der nette Ladenbesitzer. Ihre Welt ist klein und überschaubar, heimelig. Unter dem Tarnnetz der kleinbürgerlichen Idylle lauert die mordlüsterne Düsternis einer Zeit, in der mehr schuldig wurden als wir wahrhaben wollen. Halbritter gelingt es, die Volksstimmung unheimlich gut zu treffen und in hunderten ganzseitigen Zeichnungen und zugehörigen Bildunterschriften widerzugeben.

Dieses Buch ist einzigartig in seiner Bedeutung für die Aufklärung über unsere Nazi-Vergangenheit. Kein Dokumentarfilm, keine historische Schilderung mit belegten Fakten, kein detaillierter Vortrag hat je das geleistet, was Halbritter gelungen ist.
In Wort und Bild wird gezeigt, wie eine fanatische Ideologie mit den Mitteln der Propaganda, Appellen an dumpfe Instinkte und Ausnutzung primitiver Vorurteile sich in die Hirne und Herzen vieler Menschen frißt, sich wie eine Seuche ausbreitet und eine menschenverachtende Gesinnung produziert. Das Potential an Niedertracht wird genährt und voll ausgeschöpft, das Denunziantentum gefördert. Der miese Charakter feiert Triumphe.

Gerhard Kromschröder in seiner Anmerkung zum Buch: " Es ist das Verdienst des Chronisten Kurt Halbritter, uns diese vernachlässigte, kleinbürgerliche Quelle deutscher Vernichtungslust erschlossen zu haben, die er uns in seinem bitteren Bilderbogen quälend nah vor Augen führt. Es könnte sich lohnen, genau hinzusehen - gestern wie heute."

 

Kurt Halbritter (1924-1978) war bereits als Schüler ein Zeichentalent. Erst nach einer Ausbildung zum Chemographen, Krieg und Kriegsgefangenschaft konnte er sich ab 1948 an der Werkkunstschule Offenbach, der heutigen Hochschule für Gestaltung, seiner Begabung widmen. Vorbilder waren für ihn Paul Klee, Daumier, George Grosz. Als er Saul Steinberg entdeckte, war sein Weg zur Karikatur eingeschlagen. „Spätestens hier wusste ich, dass das, was ich wollte, an dieser Schule nicht gelehrt wurde“, äußerte sich Halbritter rückblickend. Er verließ die Schule ohne Abschluss und arbeitete ab 1952 als freier Zeichner. Bis 1978 veröffentlichte Kurt Halbritter rund zwanzig Bücher, daneben erschienen zahlreiche Werke, an denen er als Illustrator mitwirkte. 1962 gehörte er neben Chlodwig Poth und Hans Traxler zu den Zeichnern der ersten Stunde beim Satiremagazin „pardon“. Kurt Halbritter war Teil der Gruppe von Zeichnern und Satirikern, die sich später die Bezeichnung „Neue Frankfurter Schule“ gegeben hat. Er hat diese Gruppe maßgeblich beeinflusst und wurde von seinen Kollegen bewundert. Die Qualität seiner Zeichnungen setzte einen neuen Standard. 1978 starb er mit 53 Jahren auf einer Schiffsreise nach Irland an einem Herzinfarkt.

 

 

17,95 €

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